1981-1989 Aufbau des Geschäftsfeldes und erste Beratungen

Im April 1981 war das Geschäftsfeld Praxisberatung sehr überschaubar: Horst Eifler (Oberursel) vom Rationalisierungskuratorium der Deutschen Wirtschaft (RKW) hatte erste Studien und Checklisten zur zahnärztlichen Praxisführung erstellt. Reinhold R. Wolff (praxis-team Oberndorf) vertrieb beleuchtbare Schilder "Der Nächste bitte" und bot Beratungen und Literatur zur Planung und Ausstattung ärztlicher Praxen an.

Seit 1977 war das Unternehmen MED+ORG Praxiseinrichtungen GmbH am Markt. Die Deutsche Ärzte-Verlag GmbH führte noch kein Praxismanagement-Sortiment, das war seit den 70er Jahren die Domäne von Arzt + Wirtschaft. Von Otto Christian Trillinger waren in der Zeitschrift Medica erste Beiträge zur Terminplanung und Praxisrationalisierung, von Professor Paul Lüth das Buch "Vor der ersten Sprechstunde" erschienen.

Einige Berufsverbände gaben rudimentäre "Merkzettel" heraus, die obligatorische Einführung der Kassenärztlichen Vereinigungen in die kassenärztliche Tätigkeit war eine Farce, die APO-Bank und die DÄV freuten sich noch über jede Niederlassungsfinanzierung.

Günther Frielingsdorf (Köln), vorher Verwaltungschef eines Großlabors, kam Anfang der 80er Jahre als Sachverständiger hinzu und Walter Isringhaus verließ die KV, um sich 1987 als Berater, später ebenso als Sachverständiger niederzulassen. Auch Ernst Pfeffer (Rastatt) richtete seine Gutachtertätigkeit zunehmend auf Arztpraxen aus.

Als Journalist begann ich, die noch offene Landschaft (be)schreibend zu erkunden → Publikationen, begleitet von → Vorträgen und Seminaren, mit denen mich Standesorganisationen, Verlage, die medizintechnische und pharmazeutische Branche beauftragten. Als Praxismanagementberater war ich ein Unikum, das sich vorwiegend Großpraxen leisteten, die mit zunehmender Anzahl von Partnern und Mitarbeitern in eine Managementstruktur wuchsen. Und als neuer "Kollege" besuchte ich alle und stellte mich vor.

Med Plan Team

1989 Wendezeit: Med Plan Team und Ärzteberatertag

Ende der 1980er Jahre knüpfte ich die losen Fäden zusammen und gründete mit dem Architekten Eckhard Dreier, dem Steuerberater Karl Heinz Specht, dem Juristen Dr. Horst Rodekamp, dem Medizintechniker Karl Heinz Struck und dem Versicherungsberater Klaus Niedergesäß den Beraterverband "MedPlanTeam".

Am 11.11.1989 veranstalteten wir im Bad Salzufler Hotel Maritim den 1. Lippischen Beratertag: Referate und Ausstellungen unter dem Motto "Sichere Wege in eine ungewisse Zukunft" - insbesondere für niederlassungsinteressierte Ärzte. Über 100 Ärzte kamen, sogar aus Berlin, Köln und dem Saarland. Das ernsthafte Interesse bezeugte: Die Einstellung der Ärzteschaft zur Ökonomie der Praxis war im Wandel.

Zur gleichen Zeit vollzog sich eine andere - spektakulärere - Wende: Die deutsche Wiedervereinigung. Die Öffnung der Grenze und drohende Auflösung der DDR-Strukturen auch im Gesundheitswesen führte zu einer enormen Beratungsnachfrage, insbesondere zur Umstrukturierung der Polikliniken. In kürzester Zeit lagen Anfragen aus Jena, Gera, Lauchhammer, Ostberlin ... vor.

Med Plan Team

1990 Umstrukturierung von Polikliniken

Am 3. September 1990 erhielt das Med Plan Team auf drei handschriftlichen Seiten den Auftrag, "ein schlüssiges Konzept" für die Fortentwicklung der Poliklinik Silberhöhe in Halle an der Saale zu erstellen - und begann am gleichen Tag mit dieser Mammutaufgabe.

Es war eine kräftezehrende und beglückende Zeit. An zwei bis drei - zweitweise 18stündigen - Tagen in der Woche besprachen wir Zukunftsperspektiven mit 80 Ärzten und 300 weiteren Mitarbeitern, planten Um- und Einbauten, Organisations- und Personalstrukturen, stellten Finanzierungen auf die Beine und verhandelten parallel mit Kommunen und anderen Trägern. "Nebenbei" diktierte ich auf den Fahrten Berichte über die Entwicklung "im Osten", für "Die neue Ärztliche", eine FAZ-Tochter, die allein 1990 über 40 oft ganzseitige Beiträge veröffentlichte.

Wir wurden schnell mit zwei divergierenden Vorstellungen konfrontiert: Ein Teil der poliklinischen Mitarbeiter sah die Zukunft weiter am Standort, musste sich aber in das oktroyierte westdeutsche System einfügen, ein anderer Teil wollte in den westlichen Bundesländern Fuß fassen. Wir lösten diesen Spagat, indem wir für die einen wie die anderen westdeutsche "Paten" suchten: Kliniken, Praxen und Betriebe, die sie in die westlichen Usancen einführten und - ggf. sogar später - als Mitarbeiter bzw. Teilhaber aufnahmen. Die daraus entstandenen Beziehungen reichten weit in die nächsten Jahre hinein und die Erfahrungen aus dieser Zeit bildeten den Fundus für betriebswirtschaftliche Konzepte einer integrierten Versorgung.

1995 – 2000 Aufbau eines Praxiszentrums

Auch im Westen gab es Neues. 1995 begann ich die Beratung zur Kooperation und Aufbauorganisation des Praxiszentrums Kaiserdamm in Berlin. Sie erstreckte sich durch Nachfolgeaufträge, unter anderem Beratungen zu Organisation, Finanzmanagement, Inhaber-, Management- und Mitarbeiter-Qualifizierung sowie Praxisbewertungen und Konsens-Moderationen über sechs Jahre.

1996 Positionierung eines ärztlichen Bundesverbandes

Parallel befasste ich mich mit dem interessanten Auftrag der Profilierung sowie Mitglieder- und Qualitätsentwicklung des Privatärztlichen Bundesverbandes in Bad Kissingen. Hinzu kam die Entwicklung eines Qualitätsmanagementkonzepts für die Verbandsmitglieder.

1997 / 1998 Marketingberatung eines Medizintechnik-Herstellers

Interessant war auch die Beauftragung einer Marketing-Konzeption und eines strategischen Aktivitätenprofils sowie eines Entwurfs und der Gestaltung von Kommunikationsprodukten der Eumatron GmbH in München. Das Unternehmen war fest im Markt etabliert und dabei, sich neue Zielgruppen und Geschäftsfelder zu erschließen.

1998 / 1999 Einführung eines Qualitätsmanagementsystem und Führungskräfte-Coaching in einem Verlag

Die Med+Org A. Reichert GmbH in Villingen-Schwenningen stand vor einem Generationenwechsel in der Inhaberfamilie. Alexander Reichert wollte seinen Kindern ein erfolgsfähiges Unternehmen übergeben. Als eine der Maßnahmen zur geplanten Nachfolge beauftragte er mich mit der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001 im Unternehmen sowie einem damit verbundenen Führungskräfte-Coaching.

Schmerztherapiezentrum Eichsfeld

1999 Schmerztherapeutisches Zentrum

Für den Orthopäden Dr. Ludwig Nöring in Leinefelde konzipierte ich zusammen mit Mitgliedern des Med Plan Teams ein schmerztherapeutisches Zentrum mit peripherem Vor- und Nachsorge-Netzwerk im Eichsfeld. Genutzt wurde dafür ein ehemaliges Krankenhaus am Ort (siehe Abbildung).

Bisher mussten Schmerzpatienten bis nach Kassel oder Hannover fahren, allein die Transportkosten waren horrend. Zudem wünschten sich die Kliniken dort eher eine Entlastung: Stationäre Versorgung für Fälle, bei denen klinische Rüstzeiten vertretbar waren, ansonsten ambulante Versorgung vor Ort oder durch ein weitverzweigtes Netzwerk niedergelassener Praxen im Eichsfeld.


1999 - 2000 Reorganisation einen Sanitätshauses und Inhaber-Coaching

In Herford betrieb Werner Riediger verschiedene Unternehmen, darunter das Sanitätshaus Riediger GmbH mit rund 50 Mitarbeitern. Durch strukturelle Verwerfungen im Gesundheitswesen arg in Mitleidenschaft gezogen, begann für das Sanitätshaus, seinen Inhaber und seine Mitarbeiter ein Überlebenskampf. So wurde ich mit der Sanierung und Neuausrichtung beauftragt und daran anschließend der Vorbereitung zur Veräußerung. Damit verbunden waren Beratungen zu Organisation und Finanzmanagement, Management- und Mitarbeiter-Qualifizierung sowie das Coaching des Inhabers, dessen Kraft und Bereitschaft zur Veränderung sowie "Nase" für neue Handlungsfelder mich immer wieder in Erstaunen versetzte.

1981 - 2001 Praxisberatungen und Coachings

In den ersten zwanzig Jahren gab es zudem zahlreiche Finanz-, Organisations-, Personal-, Kommunikationsberatungen kleineren Umfanges. Daraus bildete sich ein enormer Praxiserfahrungsfundus. Viele Praxisinhaber nahmen neben den betriebswirtschaftlichen Beratungen auch persönliche Coachings in Anspruch.

Deutscher Präventionspreis Deutscher Präventionspreis Deutscher Präventionspreis Deutscher Präventionspreis

2002 - 2007 Deutscher Präventionspreis

Zwischen 2002 und 2007 lernte ich das Gesundheitswesen von einer ganz anderen Seite kennen. Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung konzipierte ich den Award "Deutscher Präventionspreis" und führte ihn als Leiter der in meinem Haus extern angesiedelten Geschäftsstelle in den Markt ein. Hierdurch lernte ich über 1.000 Präventions-, Bildungs-, Integrations- und Praxis-Projekte kennen. Ich besuchte und begutachtete im Auftrag der unabhängigen Jury über 100 herausragende Maßnahmen vor Ort im gesamten Bundesgebiet.
[Hinweis: Mit Klick auf die Cover öffnen Sie die 30- bis 90-seitigen Dokumentationen der Wettbewerbsjahre und Preisträger-Projekte 2004 bis 2007.

Zum Auftrag gehörten die Planung, Entwicklung und Durchführung des Online-Wettbewerbes der GbR Bertelsmann Stiftung, Bundesministerium für Gesundheit und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Identifizierung und Herausstellung vorbildlicher Präventionsprojekte, Organisation und Personaleinsatz, Kommunikation und Marketing, Projekt-Visitationen und Jury-Moderation.

2005 - 2007 Transfer vorbildlicher Präventionsprojekte

Zur Verbreitung dieser exzellenten Modelle veranstaltete die Bundeszentrale zur gesundheitlichen Aufklärung zusammen mit den Landesvereinigungen für Gesundheit zahlreiche regionale Fachveranstaltungen, mit deren → Moderationen ich beauftragt wurde.

Hier gab es einen lebendigen Austausch zwischen den "Vorbildern" und Kommunen, Krankenkassen, Verbänden und privaten Trägern im Sozial- und Gesundheitswesen, die sich für einen Know-how-Transfer interessierten.

Die Bertelsmann Stiftung beendete ihr Engagement 2007. Den Transfergedanken setzte ich in den nächsten Jahren mit der Programmierung und dem Betrieb des sozialen Netzwerkes → vorbilder.info sowie der Gründung des Beraternetzwerkes "social excellence" weiter fort.

2003 Risiko- und Chancenbewertung

Im Rahmen der Übernahme eines anderen Kreditinstitutes führte ich für die Sparkasse Lemgo die Bewertung eines Engagements im Gesundheitssektor durch.

Präsentation der Gesundheitswirtschaft OWL

2004 Ideenskizze und Expertise für das Regionalmarketing

Zur Präsentation der Gesundheitswirtschaft und Gesundheitsregion Ostwestfalen-Lippe stellte ich der OWL-Marketing GmbH in Bielefeld eine Ideenskizze und weitere Expertise zur Verfügung.

Eine Potentialanalyse zeigte herausragende Kompetenzen in der Region: die Umsetzung neuer Technologien und Dienstleistungskonzepte in neue Produkte und die kontinuierliche Weiterentwicklung neuer Produkte - sowie Stärken: die intensive regionale Verankerung, eine ausgeprägte handwerkliche Basis und Fertigungstiefe.

Angedacht waren Kompetenz- und Innovationsnetzwerke, wir empfahlen (darüber hinaus) die Nutzung des Internets zur zielgruppenorientierten Ansprache, Einbindung aller Beteiligten und ihrer interaktiven Kommunikation sowie Darstellung der zentralen Stärken und Potentiale der Region - damals noch ein "innovativer" Gedanke.

2004 Integrierte Versorgung im Südring-Center

Die Helmke Bauträger GmbH in Bottrop gab eine Konzeption zur integrierten Versorgung in Auftrag. Ich erstellte ein System- und Kooperationskonzept in der Kombination verschiedener Versorgungsformen nach SGB V.

2005 Ausgründung eines Hochschul-Institutes

Spannend war die Beratung der Hochschule Magdeburg-Stendal bei der unternehmerischen Ausgründung; des An-Instituts PIA, eines Selbsthilfe-Kontaktbüros für ⤃ Prävention im Alter.

2007 / 2008 Gesundheitszentrum

Für Dr. Franz Scharte in Harsewinkel war ich bereits mehrfach tätig gewesen. Der agile Praxisinhaber fragte nun eine Beratung zur Entwicklung und strategischen Ausrichtung eines Gesundheitszentrums an. In der Fortentwicklung entstand daraus die Teilnahme am ⤃ Praxisverbund Harsewinkel.

2009 Medien-Konzept

Integrierte Versorgung medial betrachtet: Der Verlag Urban&Vogel GmbH in München liess sich von mir ein Medien-Konzept zum Thema Versorgungsmanagement erstellen.

2009 STAGE Sächsische Transferagentur im Gesundheitswesen

Noch immer bewegt mich die Verbreitung des Know how exzellenter Präventionsprojekte in die Fläche. Daher begleitete ich gerne die Erstellung des grundlegenden Konzepts für den Beitrag des Vereins "Begleitetes Wohnen" zum Wettbewerb "Demografie und Gesundheit - Ideen für die Zukunft". Für dieses Konzept zur Errichtung einer Transferagentur wurde der Dresdner Verein zur Förderung durch den Europäischen Sozialfonds als Preisträger gewählt.

seit 2010 Coaching und kollegial-fachliche Begleitung

Seit 2008 zog ich mich schrittweise aus meinen Unternehmen zurück. Heute gebe ich meine Erfahrungen in Form der Befähigung und kollegial-fachlichen Begleitung weiter.