Boden und Pflanzen des Grundstücks

Die Nutzung der vorhandenen Boden-Ressourcen

Gedanklich und praktisch beginnt unsere Selbstversorgung im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Boden, auf dem wir stehen und mit dem, was auf diesem Boden bereits wächst. Erde, Steine und Gewächse, die wir an einer Stelle abgetragen haben, wurden andernorts wieder verwendet.

Für die gesamte Umgestaltung haben wir nur zusätzliche Geröllsteine für den Friesenwall und Bruchsteine für die Natursteinwege und Beeteinfassungen von benachbarten Höfen, Feldern und alten Steinbrüchen geholt sowie ergänzende Pflanzen aus der nahen Umgebung und den heimischen Baumschulen beschafft.

Beerensträucher

Nahrungsmittel aus eigenem Bestand

Verschiedene Kräuter-, Beeren-, Obst- und Gemüse-Produzenten hatten sich bereits auf dem Grundstück angesiedelt - andere haben wir angebaut. Zur Zeit ernten wir Äpfel, Birnen, Kirschen, Holunder, Johannisbeeren, Jockelbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Erdbeeren, Salat, Schnittlauch, Boretsch, Thymian, ...

Zudem sind eine Obstbaumwiese mit alten Sorten und ein Gewächshaus zur weiteren Zucht und Anbau geplant.

Brunnen

Wasser aus dem eigenen Brunnen

Wir beziehen unser Wasser aus einem eigenen Brunnen hinter dem Haus an der südwestlichen Grundstücksgrenze. Im Foto ist hinter mir der zweite Brunnen auf dem Grundstück zu sehen, der erste wurde beim Anbau des Wohnhauses 1971 mit der Außenmauer überbaut, der alte Schacht liegt noch im Kellerflur.

Der zweite Brunnen wurde im September 1976 gebohrt und ist ca. 40 m tief, er hat eine Ergiebigkeit von 1.200 l / Stunde. Mit dem Brunnen wird Tiefenwasser gefördert, das durch die vielen Erdschichten besonders gefiltert ist. Die Bohrung erfolgte bis in die Grundwasserschichten.

Wasserversorgung

Wasserfilterung und Entkeimung

Das geförderte Wasser durchläuft 22 m Wasserleitung vom Brunnen bzw. der Unterwasserpumpe in den Wasserkeller (1) zum Druckwasserkessel (2), von dort passiert es den Wasserklärungsfilter (4) und die UV-Wasserentkeimungsanlage (5), bevor es in die Hausversorgung weitergeleitet wird (7). Der UV-Reaktor wird automatisch gesteuert (6).

5.000 l Wasserreserve

Hinter der neuen Garage werden zudem 5.000 l Regenwasser zur Gartenbewässerung und als Reserve in verbundenen Tanks aufgefangen und durch ein unterirdisch verlegtes Rohr in den Wasserkeller geleitet (3).

Kleinkläranlage

Entsorgung und Rückführung

Das genutzte Wasser wird bei uns in einer Dreikammer-Kleinkläranlage aufbereitet und anschließend auf dem Grundstück verrieselt. Im Juni 2012 erfolgte der Einbau der heutigen Kläranlagen-Technologie Aqua max SBR von ATB Typ Mc Water mit Störmelde-Modul S und Steuerschrank (im Foto rot gekennzeichnet).

Jährlich werden die Anlage besichtigt und gewartet sowie Wasserproben getestet. Ca. alle drei Jahre erfolgt eine Entsorgung des Klärschlamms - und dessen weitere Nutzung. So werden auch hier Rückgewinnungs- und Wiederverwendungskreisläufe in Gang gesetzt.

Wärme

Geplant: Ergänzende Wärmeerzeugung

Wir verfügen derzeit über eine heizungstechnische Anlage mit einem Öl-Gebläsebrenner und einem Niedertemperatur-Heizkessel mit 20-26 KW sowie einer Brauchwasseranlage als Zentralheizung mit einer Wärmeverteilungsanlage in Form von gedämmten Rohrleitungen und Heizflächen. Unser Öltank fasst 6.400 Liter.

Künftig planen wir eine alternative bzw. ergänzende Wärmegewinnung - ggf. in Abstimmung mit einer eigenen Stromerzeugung.

trom

Geplant: Eigene Stromerzeugung

Noch werden wir vollständig über das öffentliche Netz versorgt (in der Zeichnung sind die Leitungsverläufe von der Hauptverteilung -HV- über die Unterverteilung -UV- in die einzelnen Geschosse und Räume erkennbar). Das möchten wir bald ändern, denn nichts kann unsere Existenz im Selberghaus mehr gefährden als ein längerer Stromausfall (blackout): Vom Strom hängen Wasserförderung wie Wärmeerzeugung und -verteilung ab. Wasser kann man ggf. noch eine Weile bunkern, aber ohne Heizung droht im Winter die Unbewohnbarkeit.

Daher wollen wir ein Konzept ausarbeiten, das - kurzfristig - eine Notstromversorgung und - langfristig - eine dauerhafte Stromerzeugung aus alternativen / erneuerbaren Energien vorsieht. Hierüber werden wir weiter berichten.